Im Rahmen der landesweiten Aktion „Junge Riesen“, die vom Stiftung Natur und Umwelt Rheinland‑Pfalz in Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstpflanzenerzeugung Rheinland‑Pfalz (FAWF) durchgeführt wird, konnte die Ortsgemeinde Wiebelsheim teilnehmen und erhält die Möglichkeit, Setzlinge von Nachkommen von markanten, historischen Bäumen im Wald und in der Feldflur rund um Wiebelsheim zu pflanzen.
Das Projekt „Junge Riesen“ verfolgt das Ziel, sogenannte „Alte Riesen“ – das sind besonders prägende, alte Einzelbäume mit herausragender ökologischer, kultureller und geschichtlicher Bedeutung – in ihrer genetischen Herkunft zu sichern. Über Samen‑ und Stecklingsvermehrung werden Nachkommen herangezogen, die dann bewusst in der Landschaft gepflanzt werden können. Im Rahmen des Projektes wurden Bäume wie Stiel- und Traubeneichen, Linden, Eschen, Rosskastanien, Walnuss‑ oder seltenere Baumarten ausgewählt.
Für Wiebelsheim ist dies eine besondere Ehre: Die Gemeinde konnte einen ganz besonderen Setzling erhalten – eine Nachzucht der unter Denkmalschutz stehenden Walnuss im Ortskern von Wiebelsheim. Dieser Baum, dessen Herkunft auf den alten Walnussbestand im Dorf zurückgeht, hat nun als ,,junger Riese“ seinen Platz in der Gemeinde am Heiligenhäuschen gefunden und wird künftig die Landschaft und das Ortsbild mitprägen. Gleichzeitig bietet sich durch die Pflanzung der Bäume die Chance, sowohl im Waldgebiet als auch in der offenen Feldflur rund um Wiebelsheim neue ökologische Struktur zu schaffen und das Bewusstsein für unsere heimischen Baum‑Zeugen zu schärfen.
Eine ganze Baumallee der Nachzuchten ,,junger Riesen“ wurde in der Aufforstungsfläche ,,In den Birken“ etabliert. Diese Allee, bestehend aus Traubeneichen des Baumbestandes des Aldegundismarktes, der alten Eiche auf dem Marktplatz von Sankt Goar und der Alexandereiche aus dem Stadtwald Sankt Goar sowie Linden aus dem Baumbestand vor dem Amtsgericht der Stadt Boppard und der kurfürstlichen Burg Boppard, soll das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägen und hier ihre eigenen Geschichten erzählen. Mit der Pflanzung und Etablierung dieser Nachkommenschaft übernimmt Wiebelsheim Verantwortung – nicht nur für die Bewahrung genetischer Vielfalt und Natur‑Kultur‑Erbe, sondern auch für die Gestaltung und Aufwertung der Umwelt‑ und Landschaftsqualität im Gemeindebereich.
Kontakt für Rückfragen:
Ortsgemeinde Wiebelsheim
Torsten Moog – Aufgabenbereich Wald und Feldflur
E‑Mail: gemeinde@wiebelsheim.de