Schädlingsbefall an alten Eichen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Schlechte Nachrichten für den Gemeindewald: Im "Königsfeld" ist ein 145 Jahre alter Eichenbestand vom Eichenprachtkäfer befallen. Milde Winter und warme Sommer bei gleichzeitig geringen Niederschlägen haben die Eichen gestresst und anfällig gemacht - ideale Voraussetzungen für den Anstieg der Prachtkäferpopulation. Die befallenen Bäume müssen nun gefällt werden. Der Klimawandel setzt also nicht nur unseren Fichten zu.

Schädlingsbefall an alten Eichen

Ende November haben Forstleute bei der Vorbereitung des Bestandes für eine Pflegemaßnahme in der Abteilung 7a2 (Königsfeld) Rindenschäden an den 145 Jahre alten Eichen festgestellt. Bei genauerer Untersuchung stellte sich ein frischer Befall des Eichenprachtkäfers heraus.

Solange der Befall frisch ist (aus diesem Sommer), ist das Holz der Eichen noch unbeschadet und kann auf dem Holzmarkt sehr gut verwendet werden (Möbel, Hausbau und Ähnliches). Bleiben die Eichen stehen, kommen im nächsten Jahr Sekundärschädlinge hinzu, welche das Kernholz der Eichen befallen und sie somit für die Verwendung im Sägewerk unbrauchbar machen.

Diese Eichen in dem Bestand 7a2 wurden jedoch über ein ganzes Jahrhundert sorgfältig gepflegt und haben mit ihren geraden, astfreien Stammstücken einen großen Wert, welchen die Forstwirte und die Försterin der Gemeinde nicht zerfallen lassen möchten.

Nachdem sich auch die Kommunale Holzvermarktung (KHVO Hunsrück-Mittelrhein GmbH) vor Ort ein Bild über den Zustand der Eichen machte, wurde sich darauf geeinigt, dass ein Befall des Kernholzes vermutlich noch nicht erfolgte und die Eichen (gerechnet wird mit rund 120 Festmeter Eichenstammholz) somit schnellstmöglich geerntet werden sollten. Auch um eine weitere Verbreitung des Schädlings etwas einzudämmen. Dabei soll jedoch kein Kahlschlag entstehen, denn neben den Alteichen, die keinen sichtbaren bzw. nur einen leichten Befall aufweisen, bleibt auch die zweite Baumschicht aus Buche und Hainbuche bestehen. Somit sollten sich die entstehenden Löcher im Bestand schnell wieder schließen. Bei Bedarf wird jedoch nachgepflanzt werden.

Die Entnahme der vom Eichenprachtkäfer befallenen Bäume wird noch in diesem Jahr beginnen.

Lara Wildner, Revierförsterin

Weitere Infos: Eichenprachtkäfer und Eichensterben